Praxis für Sprachtherapie LOGOi

Kontakt

Haus 9
Holzhauser Straße 9
32257 Bünde
Telefon
05223 4939288

Öffnungszeiten

Termine

Artikel aus "Gesund & Bündig" 02/2014

Sprachentwicklungsstörungen (SEV, SSES)

Abweichungen in der normalen Sprachentwicklung, z.B. können Lautbildung, Wortschatz, Grammatik verzögert und/oder fehlerhaft sein oder der Spracherwerb bleibt gänzlich aus.

Sprachentwicklungsbehinderung

Umfasst die gesamte sprachliche Entwicklungsbereitschaft, die sich strukturell auf mehrere Sprachebenen auswirkt und komplex mit Störungen der Wahrnehmung, Motorik, Kognition und im psychosozialen Bereich verbunden ist.

Artikulationsstörungen

Einzelne Laute oder ganze Lautgruppen werden fehlerhaft gebildet und/ oder nicht ausreichend unterschieden und korrekt angewendet. Das Kind sagt z.B. „Tanne“ statt „Kanne“ oder „Snecke“ statt „Schnecke“ oder ersetzt sogenannte Fließlaute (Frikative, wie z.B. F/W) durch Knalllaute (Plosivlaute, wie z.B. t, k, p) oder lässt Laute in Verbindungen aus wie z.B. Trecker – Tecker.

Stottern/ Poltern

Beim Stottern wiederholt man unfreiwillig Laute, Wörter und/ oder Sätze. Es kommt zu unfreiwilligen Pausen, sogenannten Blockierungen. 
Beim Poltern spricht man ohne Punkt und Komma. Die Sprache ist schnell, undeutlich und ohne Rhythmus. Die Verständlichkeit ist oft beeinträchtigt.

Störungen in der Grammatik

Z.B. kein regelgerechten Satzaufbau (Ich Kindergarten gehe). Die korrekte Anwendung der Präposition (z.B. auf, in, neben, zwischen, … ), die bestimmten und unbestimmten Artikel (der, die, das, ein, eine), Einzahl – Mehrzahlbildung. 

Wortschatzdefizite, Sprachverständnisprobleme

Der aktive und passive Wortschatz ist nicht altersgerecht. Dem Kind fällt es schwer sprachliche Dinge (z.B. Spielregeln, Textaufgaben, Aufforderungen) zu verstehen und dementsprechend auszuführen.

Myofunktionelle Störungen

Zungenfehlstellungen und unphysiologisches Schluckmuster werden behoben und die beteiligte Muskulatur gestärkt. Die Wahrnehmung innerhalb des Mundes ist beeinträchtigt. Oft mit Artikulationsstörungen gekoppelt (typisch das im Volksmund bekannte „Lispeln“).

Sprachliche Entwicklungsdyspraxic

Mit speziellen Trainingsmethoden wird betroffenen Kindern beim gezielten Aufbau der Artikulationsbewegungen geholfen.

Zentral – auditive Wahrnehmung – und Verarbeitungsstörung

Betroffenen Kindern fällt es schwer ähnlich klingende Laute (z.B. m/n, k/g, t/d, b/p) zu unterscheiden oder visuell zu differenzieren (d/b). Vorläuferfähigkeiten, wie z.B. die Analyse – und Syntheseleistungen sind verzögert und die Gedächtnisleistungen häufig herabgesetzt. In der Schule zeigen sich Schwierigkeiten im Schrift – und Leseerwerb. Die Kinder sind oft sehr geräuschempfindlich und/oder können wichtigen Schall (Sprache) nicht von unwichtigem Schall (Umgebungslärm) unterscheiden. Für sie klingt alles gleich laut. 

Lese – Rechtschreibschwäche

Spezielle ausgewählte Therapiemethoden helfen den Kindern ihre Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben zu verbessern bzw. zu überwinden.


Stimmstörungen

Ungünstige Stimmbelastungen (z.B. häufiges Schreien) führen zu einer Heiserkeit und damit zu einer Störung der stimmlichen Belastung.

Sprachstörungen (Aphasie)

Sprachstörungen treten meist nach einem neurologischen Ereignis, z.B. Schlaganfall, auf. Häufig führt so ein Ereignis zu einer Schädigung des Gehirns. Die Folgen sind sehr unterschiedlich, je nachdem welche Hirnregionen betroffen sind. Sehr oft ist das Sprachzentrum mitbetroffen. Es entsteht eine sogenannte Aphasie, die stark unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Typische Merkmale einer Aphasie sind Wortfindungsstörungen, Sprachverständnisstörungen und Störungen des Redeflusses. Da auch das Lesen, Schreiben und Rechnen in diesen Hirnregionen verankert sind, finden sich auch in diesen Bereichen häufig Einschränkungen.

Nach ausführlicher Diagnostik wird ein Therapieprogramm ganz individuell auf den jeweiligen Patienten und seine Bedürfnisse abgestimmt. So ist ein gezieltes Training der betroffenen Bereiche möglich.


Sprechstörungen Dysarthrie / Dysarthrophonie

Ursächlich für eine Sprechstörung kommen viele Erkrankungen des Gehirns, und/oder auch der Muskulatur oder der Nerven in Frage, die die Sprechmuskulatur versorgen. Die häufigsten Erkrankungen sind z.B. MS, Morbus Parkinson, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma. Die häufigsten Symptome sind eine mehr oder weniger stark verwaschene Artikulation, das Sprechtempo und der Klang der Stimme verändert sich. Alles das führt zu einer eingeschränkten Verständlichkeit des Patienten. Gerade für außenstehende Personen. So entstehen für den Patienten im Alltag sehr oft erhebliche Probleme. Nach eingehender Diagnostik wird für jeden Patienten ein individueller Therapieplan erstellt.

Ziel ist eine im Alltag befriedigende Kommunikationsfähigkeit des Betroffenen.


Schluckstörung / Dysphagie

Schluckstörungen können nach einem Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder einer anderen neurologischen Erkrankung auftreten. Das kann bedeuten, dass der Betroffene nicht ausreichend Nahrung und/oder Flüssigkeit aufnehmen kann. Als wichtigstes Symptom stellt sich das „verschlucken“ dar. Der Hustenreiz ist oft nicht ausreichend und es kann zu Luftnot, in schlimmsten Fällen zu einer Lungenentzündung führen, wenn Nahrung/ Flüssigkeit in die Lunge eindringt. In sehr schweren Fällen ist eine orale Nahrungsaufnahme nicht möglich und der Patient wird über eine Magensonde (PEG) ernährt. Die Therapieinhalte richten sich nach den Störungsmerkmalen, die in der Klinischen Diagnostik festgestellt wurden. Häufiges Ziel ist die Wiederherstellung der oralen Nahrungsaufnahme.


Sprechapraxie

Eine Sprechapraxie ist eine Störung der Bewegungsplanung.

Häufigste Symptome:

  • es sind Sachbewegungen im orofazialen Bereich zu sehen

  • der Redefluss ist durch Fehlversuche, Wiederholungen, Selbstkorrekturen gekennzeichnet

  • es treten immer wieder „störungsfreie“ Momente auf

  • eine sicht– und hörbare Sprechanstrengung

  • die Störung betrifft alle Modalitäten mündlicher Sprachproduktion


Die Bildung von Lauten und Wörtern immer wieder zu versuchen, verlangt vom Betroffenen sehr viel Geduld und eine hohe Frustrationsgrenze. Sie hören zwar, dass sie den Laut falsch oder entstellt gebildet haben, können ihn aber oft nur nach vielem Üben selbstständig bilden.

Eine Sprachapraxie tritt häufig in Verbindung mit einer Aphasie auf.


Neuromuskulöse Erkrankungen

Von einer individuellen logopädischen Therapie können auch viele Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen, , wie z.B. ALS, Fazioscapulohumeraler Muskeldystrophie, metabolischen und anderen selten neuromuskulären Erkrankungen, profitieren. Sehr oft sind in soclen Fällen Beeinträchtigungen im Bereich der Schluck – und Gesichtsmuskulatur, des Sprechens, der Stimme und der Atmung zu beobachten. Mit einer individuell abgestimmten Therapie, kann man diese Funktionen erhalten und verbessern. Eventuell kann der Einsatz von Hilfsmittel, z.B. ein Stimmverstärker, die Kommunikation hilfreich unterstützen.


Facialisparese / Gesichtslähmung

Lähmungen der Gesichtsnerven/ Muskeln können viele Ursachen haben. Die Häufigsten sind Schlaganfälle, Verletzungen, Tumore, Entzündungen. Gelegentlich tritt eine Gesichtslähmung auch ohne erkennbaren Grund auf. In der Regel ist sie einseitig – äußerst selten beidseitig. Merkmale einer Facialisparese sind:

  • eingeschränkte Mimik

  • kein Lidschluss oder nur teilweise

  • Mundwinkel hängt

  • Zungenbeweglichkeit ist eingeschränkt


Stimmstörungen (Dyphonien)

Eine Stimmstörung liegt dann vor, wenn sich der Stimmklang verändert und eine Leistungsminderung eingestellt hat.

Erste Anzeichen für eine beginnende Stimmstörung können eine länger andauernde Heiserkeit, Einschränkungen der stimmlichen Belastbarkeit, zu hoher Kraftaufwand beim Sprechen und Nebengeräusche sein. Gelegentlich kommt es sogar zur Stimmlosigkeit (Aphnoie).

Die Ursachen hierfür können vielfältig sein.

Oft liegen funktionelle Ursachen vor:

  • zu starker/ geringer Kraftaufwand

  • falschen, zu langen, zu lauten Stimmgebrauch

Es liegen noch keine organischen Auffälligkeiten vor!

Daneben kommen auch organisch bedingte Stimmstörungen vor:

  • Organdefekte am Kehlkopf

  • Stimmlippenlähmungen, auch nach OP´s (oft Schilddrüsen-OP´s)

  • hormonelle Ursachen

  • Tumore, Zysten, Polypen, Ödeme, Knötchen

Achtung!

Aus einer anfangs reinen funktionellen Stimmstörung kann sich bei dauerhaften falschen Stimmgebrauch durchaus eine organische Veränderung ergeben!


Zustand nach Kehlkopfentfernung / Larynektomie

Meist auf Grund eines Karzinoms, wird der Kehlkopf ganz oder teilweise entfernt, Eine Komplettentfernung hat zur Folge, dass der Patient seine Stimme (vorerst) verliert und eine Nasenatmung nicht mehr möglich ist. Zur Sicherung der Atmung wird ein sogenanntes Tracheostoma gelegt. Die Logopädie unterstützt den Patienten beim Erlernen einer Ersatzstimme.

Es gibt drei unterschiedliche Möglichkeiten hierfür:

  1. Ösophagus-Stimme (klingt etwa wie Luis Amstrong)

  2. Luftröhren-Ösophagus-Shunt (Provox)

  3. Elektronische Sprechhilfen


Wachkomapatienten / Apallisches Syndrom

Nach schweren Schädel-Hirn-Traumata kann es zu massiven Bewusstheitsstörungen mit aufgehobener Wahrnehmungsfähigkeit, aber erhaltenen Schlaf – Wachrhythmus kommen - ein sogenanntes „Wachkoma“.

Da die Wissenschaft sich bei der Erforschung des Apallischen Syndroms noch ganz am Anfang befindet, steht kein standardisiertes Therapieverfahren zur Verfügung.

Auf Grund der Schwere dieser Krankheit setzt die Therapie hier bei der basalen Stimulation an.


Stottern/ Poltern

Als Stottern bezeichnet man eine unfreiwillige Unterbrechung des Redeflusses. Es werden z.B. Wörter oder Wortteile gedehnt, wiederholt oder es kommt zu einer sogenannten Blockierung des Artikulationsorgane (Zunge/ Lippe). Stottern hat ein sehr individuelles Erscheinungsbild und ist von verschiedenen Faktoren abhängig bzw. beeinflussbar.

In der Therapie stehen 3 große Therapieansätze zur Verfügung. Jeder Ansatz hat seine Berechtigung und Aufgabe der Logopäden ist den jeweils passenden Ansatz für den jeweiligen Patienten herauszufinden und zu vermitteln. Oftmals können einzelne Bestandteile aus verschiedenen Ansätzen kombiniert werden.

Ziel einer Stottertherapie ist ein selbstbewusster Umgang mit dem Stottern, die Analyse und schrittweise Veränderung des eigenen Stotterns. Es wird ein möglichst flüssiges und kontrolliertes Sprechen angestrebt.

Polternde Sprecher sprechen ohne Pause und Koma. Die Sprache hört sich für Außenstehende oft sehr unverständlich an, da die Sprache schnell und unrhythmisch klingt. Die Artikulationsbewegungen können auf Grund der Schnelligkeit nicht korrekt ausgeführt werden.

Die Artikulation klingt „vernuschelt“.