Psychiatrie Dr. med. Syrbe

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Erkrankungen

Meine Aufgabe ist es, Hilfe zu geben bei Störungen der seelischen und geistigen Funktionen. Solche Störungen können durch seelische Konflikte, durch anhaltende Belastungen, durch Lebenskrisen, aber auch durch körperliche Erkrankungen ausgelöst werden.

Angsterkrankungen

Angst brauchen wir, um zu überleben. Leider gibt es neben dieser „normalen Angst“ auch Ängste, ohne dass eine reale Bedrohung ausgemacht werden kann, was für die Betroffenen mit einem großen Leidensdruck verbunden ist. Erfreulicherweise können diese Erkrankungen aber gut behandelt werden.

Die Angsterkrankungen werden unterteilt in:

Phobische Störungen werden die Angsterkrankungen genannt, die sich auf bestimmte umgrenzte Situationen oder Dinge beziehen. Hierunter fällt z.B. die Höhenangst oder Angst vor engen Räumen.

Panikstörungen sind Erkrankungen, bei denen Panikattackenakut und ohne spezifischen Auslöser wiederholt auftreten.

Daneben gibt es auch gemischte Formen und die sogenannte generalisierte Angststörung. Bei dieser Erkrankung sind die  Ängste meist nicht so ausgeprägt, allerdings bestehen sie in breiterer Form, d.h. beziehen sich auf viele Bereiche des Leben

Wenn Ängste oder Panik auftreten, können auch andere Erkrankungen Verursacher sein oder aber sogar behandlungsführend. Deshalb ist eine psychiatrische und somatische Diagnostik erforderlich, um die geeignete Behandlungsform zu finden.

Wichtig ist, dass Betroffene frühzeitig in die Behandlung kommen. So kann rechtzeitig die erforderliche Behandlung eingeleitet werden. In den meisten Fällen ist eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung sinnvoll. An erster Stelle steht aber die Aufklärung über die Erkrankung und die Stärkung der Motivation und der eigenen Ressourcen. Die Aufklärung über das Krankheitsbild soll die Betroffenen vor allen Dingen entlasten.

Anpassungsstörungen

Hierunter werden die Erkrankungen gefasst, die nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder einem belastenden Lebensereignis auftreten.  Dies können auch schwere körperliche Erkrankungen sein. Die Symptome sind häufig depressive Stimmung, Ängste,  Verhaltensauffälligkeiten, Genussmittelgebrauch.  Die Symptome ähneln dabei oft denen anderer psychiatrischer Erkrankungen, sind aber meist weniger schwer.

Differenzialdiagnostisch ist daher die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wie einer Depression oder Angststörung wichtig. Auch akute Belastungsreaktionen, die durch erhebliche Belastungen auftreten und Posttraumatische Belastungsstörungen sind abzugrenzen
Natürliche Trauerreaktionen auf z. B. den Tod des Partners zählen nicht zu den Störungen, sondern erst, wenn die Reaktion das sogenannte übliche Maß übersteigt.

Durch rasche Kriseninterventionen kann durch die Unterstützung eine Entlastung erfolgen und die Patienten wieder zu ihren Ressourcen finden.  Durch symptomatische medikamentöse Behandlung kann diese Entlastung ebenfalls unterstützt werden.

Aufmerksamkeits-Defizit-/ Hyperaktivitätsstörung des Erwachsenenalters (ADHS)

Diese Störungen beginnen im Kindesalter mit den typischen Symptomen: Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität, emotionale Instabilität, Überaktivität. Im Erwachsenenalter können diese Symptome weiter vorhanden sein, oft verschwindet die Hyperaktivität.

Es fällt oft eine gewisse Desorganisiertheit auf, Gegenstände werden häufig verloren, begonnene Aktivitäten werden nicht beendet, es kann zu beruflichen und privaten Problemen kommen. Beim aufmerksamkeitsgestörten Typus ohne Hyperaktivität kann sozialer Rückzug und Antriebsschwäche auftreten. Die Betroffenen handeln oft impulsiv, sie fallen häufig durch rasche Stimmungswechsel auf, sie reagieren überempfindlich auf Stressoren.

Die Diagnose der Erkrankung erfolgt durch eingehende psychiatrische Diagnostik inklusive  testpsychologischer Verfahren.

Bipolare affektive Störungen

Diese Erkrankungen weisen einen Wechsel zwischen Phasen von Depression und sogenannten manischen Phasen auf.

In den manischen Phasen sind die Betroffenen meist in Hochstimmung, manchmal auch gereizt und getrieben.

Der Wechsel ist unterschiedlich abrupt, manchmal liegt eine längere Zeit zwischen den einzelnen Phasen, sodass die Diagnose erst im Verlauf der Erkrankung richtig gestellt werden kann.

Die Symptome einer Manie sind vielfältig. Die Patienten fühlen sich sehr gut, haben viel Energie, schlafen weniger, es besteht ein großer Rededrang. Die Gedanken springen und die Patienten überschätzen sich selbst. Viele Patienten in manischen Phasen zeigen sogenannte psychotische Symptomeund nehmen ihre Umwelt verändert wahr. Es kann zu Verfolgungswahn, Selbstüberschätzung, Aggressionen und Halluzinationen kommen.


Burnout- Syndrom

Das Burnout ist eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung. Dies führt zu Stress, der nicht mehr bewältigt werden kann. Durch abnehmendes Selbstvertrauen und zunehmender Verletzlichkeit kommt es zu dem Gefühl des zunehmenden „Ausbrennens“.

Manche Menschen kündigen innerlich, andere zeigen aggressive und/ oder zynische Verhaltensweisen. Es kommt auch in anderen emotionalen und sozialen Bezügen zu einer zunehmenden Verflachung. Gelegentlich treten noch körperliche Beschwerden wie Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Schlafstörungen auf. Letztendlich kann es durch die massive Verzweiflung auch zu Selbstmordgedanken kommen.

Der Übergang in eine Depression ist fließend, je ausgeprägter ein Burnout- Syndrom ist, umso mehr korreliert es mit den Symptomen einer Depression.

Die Behandlung richtet sich nach der Symptomatik und fokussiert in erster Linie auf der Identifikation von Stressoren. Dies können externe, aber auch innere Stressoren wie Perfektionismus und Idealismus sein. Eine Überprüfung der sogenannten work-life-balance ist ebenso wichtig wie Erlernen von Entspannungsverfahren.

Medikamente können vorübergehend hilfreich sein, ggf. ist eine Psychotherapie indiziert.

Demenz

Die Demenz stellt einen Verlust von zuvor vorhandenen kognitiven Fähigkeiten dar. Als Symptome treten Störungen des Gedächtnisses und des Denkvermögens sowie der Alltagsfertigkeiten auf.

Demenzen stellen die häufigste Erkrankung im hohen Lebensalter dar.  Frauen erkranken häufiger als Männer.

Die Alzheimer-Demenz beginnt meist schleichend mit kognitiven Störungen und Verhaltensänderungen.  Zusätzliche depressive Symptome können die Diagnose erschweren.  In Deutschland leiden nach Schätzungen derzeit etwa 700 000 Patienten an einer Alzheimer Demenz. Im Gehirn kommt es zum Untergang von Nervenzellen, in der Folge schrumpft das Gehirn, was sich mit radiologischen Untersuchungen darstellen lässt.

Sogenannte Vaskuläre Demenzen sind kognitive Störungen durch Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems, die durch kleinere oder auch größere Hirninfarkte hervorgerufen werden. Die Symptome schreiten meist treppenförmig fort, d.h. es kommt eher abrupt zu Verschlechterungen.

Die vaskuläre ist die zweithäufigste Ursache einer Demenz, eine unbehandelte arterielle Hypertonie stellt einen großen Risikofaktor dar.

Weitere dementielle Syndrome finden sich beim Morbus Parkinson, der Lewy- Körperchen- Demenz, Frontotemporaler Demenz.

Die Behandlung umfasst neben der medikamentösen Behandlung mit sogenannten Anti- Dementiva auch kognitive Trainingsprogramme und die Behandlung begleitender Störungen.  Problematisch insbesondere auch für Angehörige sind Unruhezustände und Aggressionen. Relativ häufig treten auch depressive und Wahnsymptome auf.


Wann und welche Unterstützung am geeignetsten ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Zunächst stehen eine Vielzahl von ambulanten Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Persönlichkeitsstörungen

Der Begriff Persönlichkeitsstörung meint eine Reihe von Störungen, die auf tief verwurzelten und anhaltenden Verhaltensmustern basieren. Die Betroffenen leiden unter Problemen in persönlichen oder sozialen Lebenslagen. Gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung finden sich Abweichungen in der Wahrnehmung, im Denken, Fühlen und in Beziehungen gegenüber anderen.

Es ist gelegentlich schwierig, die Grenze zwischen Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung zu ziehen, zumal sich die Persönlichkeitsstörung auf „normales Verhalten“ einer Bezugsgruppe bezieht. Hier kann es erhebliche Unterschiede geben. Eine Persönlichkeitsstörung würde sich dadurch auszeichnen, dass eine flexible Reaktion auf die Umgebung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.

Folgende Unterformen werden nach ICD 10 beschrieben:

  • Paranoide Persönlichkeitsstörung
  • Schizotype Persönlichkeitsstörung
  • Dissoziale Persönlichkeitsstörung
  • Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiv oder vom Borderline-Typ
  • Histrionische Persönlichkeitsstörung
  • Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörungen
  • Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung
  • Abhängige Persönlichkeitsstörung
  • kombinierte Persönlichkeitsstörungen

Wie bei den anderen Erkrankungen auch ist eine gründliche Untersuchung erforderlich um u.a. körperliche Ursachen für die Störung auszuschließen.

Schizophrenien

In einem akuten Schub kommt es zu Halluzinationen und Wahn, die vom Betroffenen als real erlebt werden. Auffällig können auch Denk- und Sprechstörungen sein, so dass Äußerungen z.T. völlig zusammenhanglos erscheinen. Gelegentlich treten z.T. erhebliche Bewegungsstörungen auf bis hin zu völliger Bewegungslosigkeit oder zu stereotypen Bewegungsabläufen. Bei einem Großteil der Patienten verschwinden die Symptome nach einem akuten Schub oder es bleiben nur geringe Restsymptome. Im Verlauf der Erkrankung kann es zu weiteren Schüben kommen, die Wahrscheinlichkeit des erneuten Auftretens kann durch Medikamente gesenkt werden.

Diese sogenannten Neuroleptika sind insbesondere im akuten Schub hoch wirksam, wobei die Betroffenen oft eine Einnahme ablehnen, da sie ihre Symptome als real erleben. Nach Beendigung der akuten Phase setzt man diese Neuroleptika zur sogenannten Rezidivprophylaxe ein. Damit die Medikamente auch zuverlässig eingenommen werden, ist eine gute Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkung erforderlich. Auch ist es wichtig, die Patienten im Erkennen von sogenannten Frühsymptomen zu schulen. Durch rechtzeitige Maßnahmen kann so ein erneuter akuter Schub oft verhindert werden.

Aber auch die Angehörigen brauchen viel Unterstützung und Aufklärung, um sich in ihrem Verhalten anpassen zu können. Neben dem behandelnden Arzt können Selbsthilfegruppen unterstützen.

Suchtkrankheiten

Der Begriff der Sucht leitet sich aus dem „siech, Siechtum“ ab. Die WHO ersetzte ihn 1964 durch den Begriff der „Abhängigkeit“ und meint damit die körperliche und/oder psychische Abhängigkeit von einer bestimmten Substanz oder Droge. Beide Begriffe haben Vor- und Nachteile. Der Begriff Sucht spiegelt meines Erachtens am besten die  psychopathologischen Besonderheiten dieser Erkrankungen wieder.

Warum es bei einem Menschen zur Suchterkrankung kommt, ist letztendlich unklar, unterliegt aber  mehreren Einflussfaktoren, z. B. genetischen und Umgebungsfaktoren. Die Theorie, dass es eine sog. Suchtpersönlichkeit gibt, ließ sich nicht halten.

Wichtig für die Betroffenen ist, dass sie sich in Behandlung begeben, denn es handelt sich bei dieser Erkrankung nicht um eine „Charakterschwäche“ und nicht um ein persönliches Fehlverhalten.

Hilfen geben die örtlichen Suchtberatungsstellen (www.diakonie-herford.de) und zusätzlich Selbsthilfegruppen (www.selbsthilfe-herford.de).

Abhängigkeit entsteht überwiegend von solchen Stoffen, die zu einem Rausch führen.  Durch den Rausch entsteht unter bestimmten Voraussetzungen zunehmend der Drang, das Suchtmittel immer wieder zu konsumieren (1. Craving). Im weiteren Verlauf kommen die häufigen Gedanken an den Suchtmittelkonsum und die Vernachlässigung anderer Interessen hinzu (2). Der Konsum wird aufrecht  erhalten, auch wenn negative Konsequenzen daraus entstehen (3). Die Kontrolle darüber, wann und in welcher Menge das Suchtmittel konsumiert wird, nimmt ab (4. Kontrollverlust). Die Substanz selbst verändert den Gehirnstoffwechsel, sodass eine sog. Toleranz entsteht und immer mehr konsumiert werden muss um die gleiche Wirkung zu erzielen (5. Toleranzentwicklung). Es entstehen körperliche Entzugserscheinungen, wie Händezittern, Angst und Unruhe (6).

Wenn mindestens drei der genannten Kriterien innerhalb des letzten Jahres gleichzeitig vorhanden waren, besteht diagnostisch eine Abhängigkeit von einem Suchtmittel.

An Substanzen, die abhängig machen können, steht an erster Stelle das Nikotin. Die Behandlung der Nikotinabhängigkeit ist aktuell nicht zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkassen möglich. Die Alkoholabhängigkeit sollte möglichst frühzeitig behandelt werden, um soziale Folgeschäden wie Arbeitsplatzverlust oder familiäre Krisen abzuwenden. In welcher Form die Behandlung erfolgen soll, ist von der Schwere der Erkrankung abhängig. Oft ist eine körperliche Entzugsbehandlung erforderlich, die bei bekannten Komplikationen wie Krampfanfällen oder Delirien stationär erfolgen sollte. 

Die Abhängigkeit von Beruhigungs- und Schlafmitteln stellt ebenfalls eine Behandlungsindikation dar. Auch hier können im körperlichen Entzug schwere Komplikationen wie Krampfanfälle oder Delirien auftreten.

Zunehmend treten auch Störungen durch Cannabiskonsum in den Vordergrund.  Mittlerweile ist Cannabis die am meisten konsumierte illegale Droge in Deutschland. An erster Stelle steht die Cannabisabhängigkeit selbst, die alle o. g. Kriterien einer Abhängigkeit aufweisen kann. Nicht selten führen soziale und persönliche Probleme zum Aufsuchen einer Behandlung.  Durch anhaltenden hohen Cannabiskonsum kann es zu kognitiven Störungen kommen. Bei solchen Konsumenten findet sich auch eine höhere Rate an Depressionen.  Cannabis kann bei Menschen mit einer bestimmten Empfindlichkeit den Ausbruch von Psychosen beschleunigen.

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und nach den im Vordergrund stehenden Symptomen.

Relevante Links zum Thema Sucht:

Alkohol? Kenn Dein Linit 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. 

Drugcom – Alles über Cannabis 

Zwangsstörungen

Bei diesen Erkrankungen führen Gedanken oder Handlungen,  die sich immer wieder aufdrängen, zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag.  Die Symptome sind oft mit ausgeprägten Ängsten verbunden.

Hierzu zählt z.B. der Waschzwang, bei dem sich die Patienten immer wieder die Hände waschen.  Viele Zwangspatienten schämen sich sehr für ihre Erkrankung und verheimlichen sie oft vor ihrer Umgebung. Dies kann zur Chronifizierung und zur Verzögerung der notwendigen Behandlung führen.

Zwangssymptome können aber auch Ausdruck einer organischen Erkrankung sein oder nicht selten auch zu depressiven Symptomen führen. Durch eine ausführliche psychiatrische und somatische Diagnostik kann die beste Behandlungsform entwickelt werden.

Die Behandlung einer Zwangsstörung besteht meist aus einer Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie. 

Für weitere Informationen folgen Sie bitte diesem Link:
www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de

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Dr. med. Gabriele Syrbe
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

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